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Heilige Klöster

Coordinates: 38.012963, 23.635830

Kloster Dafni (Mariä Himmelfahrt)

Auf dem Westeingang der Tiefebene von Athen und auf den Randbezirken des Gehölzes Chaidari steht an der Hauptstraße Athinon das größte byzantinische Museum von Attika, das Kloster Mariä Himmelfahrt, das auch als Kloster Dafni bekannt ist. Das Monument wird von UNESCO geschützt, da seine Architektur, seine Größe und seine Mosaikdekoration, die unvergleichlicher Qualität ist, auf seine Beziehung mit Konstantinopel verweisen und es zu den wichtigsten Monumenten der byzantinischen Zeit ordnen. Durch diese Eigenschaften wird das Kloster als Monument des kulturellen Welterbes bezeichnet.

Über den oder die Besitzer des Klosters und die Bedingungen seiner Gründung gibt es keine Dokumente. Alle Informationen stammen nur aus dem Monument. Nach der Architektur des Katholikons und seiner Dekoration ist es vermuten, dass das Kloster am Ende des 11.Jhs, vielleicht um das Jahr 1080 gegründet wurde. Wie die Ausgrabungen im Raum gezeigt haben, wurde das Katholikon auf den Ruinen eines antiken Tempels von Dafnios Apollon („Apollon mit Lorbeer“) links der antiken Heiligen Straßen, die von Athen nach Eleusina führte, gebaut. Auf dieser Stelle bestand auch eine Basilika des 6.Jhs wahrscheinlich. Während der Frankenherrschaft (1204-1456) ging das Kloster an die Zisterzienserorden über und war Beerdigungsort für Frankenherzöge von Athen, während nach der Türkeneroberung (1456) war das Kloster wieder von Orthodoxen Mönchen bewohnt.

Nach Informationen stand das Kloster während des 16.Jhs in Blüte, genau wie andere Klöster von Attika. Eine führende Rolle spielte auch der Mönch Akakios, der in den Quellen als erster Erneuerer und  zweiter Besitzer des Klosters erwähnt ist. Seit dem 17.Jh. fing aber das Kloster an, zu untergehen und erlitt es Plünderungen von Piraten. 1802 nahm Lord Elgin die antiken ionischen Säulen von dem Außennarthex des Katholikons weg. Während des griechischen Aufstands von 1821 wurde es wegen seiner Stelle und seiner starken Mauer als Festung benutzt. Im Jahr 1826 wurde es von den Türken während der Invasion von Reşid Mehmed Paşa eingenommen und in Brand gesetzt. 1833 wurde es durch ein Gesetzt von Otto aufgelöst und im Zeitraum 1883-1885 beherbergte die Anlage das Öffentliche Sanatorium. 1888 stürzte die Kuppel des Katholikons durch ein Erdbeben ein. Seine Mosaike wurden von italienischen Restauratoren restauriert, die aber viele Fehler gemacht haben. Stark beschädigt wurde auch das Monument durch das große Erdbeben von 1999.

Der Komplex ist durch eine viereckige Mauer abgegrenzt und geschützt, die mit Schlössen, Bollwerken und mit zwei Eingangspforten auf der West- und Ostseite befestigt ist. Im Innenraum sind Reste der Zellen und des Refektoriums erhalten. Fast im Zentrum des Komplexes herrscht das Katholikon. Es ist eine sogenannte „epirotische“ achtseitige Kreuzkuppelkirche, deren Wände nach dem gewöhnlichen, aber besonders gepflegten mit Ziegeln eingeschlossenen System der byzantinischen Jahre gebaut sind. Charakteristisch dieses Stils ist, dass die Hauptkirche ein einheitlicher Raum ist, denn acht vierseitige Säulen, die die Kuppel stützen, nach den Seiten abgestoßen sind. Östlich der Hauptkirche ist ein dreiteiliges Heiliges Bema hinzugefügt. Westlich stehen zwei Narthex, von denen der Außennarthex später, d.h aus dem 12.Jh. ist. Über dem Narthex war ein Stockwerk, wo entweder die Wohnung des Abtes oder eine Bibliothek stand. Während des 13.Jhs restaurierten die Mönche der Zisterzienserorden den Außennarthex und wandelten die Krypta unter dem Narthex in Beerdigungsort für Frankenherzöge von Athen um.

Im Innenraum der Kirche herrschen die wunderschönen Mosaike, wofür das Kloster so berühmt ist. Die Mosaikdekoration des Endes des 11.Jhs ist ein Meisterwerk der byzantinischen Kunst und eins der besten Werke seiner Zeit. Ihre tadellose Technik weist auf die Kunst von Konstantinopel hin. Die Abbildungen folgen der etablierten Anordnung der mittelbyzantinischen Periode. An der Kuppel herrscht die Darstellung des Pantokrators. An der Nische des Bemas steht Maria, während an den Wänden der Hauptkirche Szenen aus Christi Leben und Heilige dargestellt sind. An Narthex sind Szenen aus Mariä Leben abgebildet. Die wenige Fresken, die in der Kirche erhalten sind, sind später und sind auf das 17.-18.Jh. zurückgeschrieben. 

Informationen

Mehr

Datierung: 
1080

Erzbistum: 
Nikäa

Schutzträger: 
Überwachungsdienst für Altertümer von Westathen, Piräus und Inseln

Adresse: 
Athinon-Hauptstraße, Chaidari

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